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Bei Orangenhaut hilft weder Laufen noch eine Diät

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Bikinis und Sommerkleider warten schon im Schrank, doch der Körper passt nicht dazu.
Wir leben in ständigem Stress, essen schnell in der Mittagspause Fastfood und an den Durst erinnern wir uns erst am Ende eines Arbeitstages. Bewegung? Ja, klar, ab morgen. Kein Wunder, dass sich der Körper wehrt, damit er auf sich aufmerksam macht. Als erste Warnung kommt vielleicht gerade die Zellulitis.

Warum quält sie eher Frauen?
Zellulitis (Orangenhaut) ist die Ablagerung von Fettzellen unter der Haut in der Form von sichtbaren Dellen. Auf den betroffenen Stellen entstehen Unregelmässigkeiten, die Haut verändert das Aussehen und die Oberschenkel und der Po erinnern eher langsam an die Haut einer saftigen Orange.
Die Statistiken behaupten, dass bis zu 90 Prozent Frauen an Orangenhaut leiden! Sogar Frauen, die regelmäßig Sport betreiben, sehr dünn sind und viel trinken sind davon betroffen. Hier handelt sich eher um die mangelnde Funktion des Lymphsystems und den Folgen nicht ausreichendem Fettmetabolismus. Auf jeden Fall wirken sich auf die Entstehung von Zellulitis der heutige Lebensstil und auch die Zusammensetzung von Lebensmitteln aus. Aber auch die üppigen Schönheiten der Vergangenheit waren davon nicht verschont, wie man an den Bildern von Rubens sehen kann. Aber damals hat es niemanden gestört. Warum aber werden meistens Frauen betroffen, wenn auch Männer nicht hundertprozentig sicher sein können? Dafür sind die weiblichen Hormone – Östrogene – und natürlich auch anders geformte Fettzellen und elastischere Haut verantwortlich.

Was können wir erwarten?
Zellulitis ist immer ein beliebtes Diskussionsthema, doch sowie die Winterzeit langsam vorbei ist und der Sommer naht, wird es langsam Zeit, nicht nur darüber diskutieren, sondern auch was tun.
Am besten ist es präventiv vorzubeugen, das ist auf jeden Fall effektiver als dann verzweifelte Versuche zu starten, die sichtbar betroffenen Hautstellen wieder „auszubügeln“. Regelmäßiges Duschen und Massieren der bedrohten Stellen kombiniert mit richtig gewählter Bewegung sind wirksame Waffen im Kampf gegen Orangenhaut. Einfach? Natürlich! Aber die Motivation im Kampf gegen die unschönen Dellen wird immer schwächer. Zudem hat die Zellulitis viele mächtige maskierte Helfer. Laut zahlreicher Untersuchungen hilft bei der Ausbreitung der Zellulitis an den Oberschenkeln schon sehr jungen Frauen so einiges: Verhütungspillen, die Östrogen beinhalten, das Rauchen, schlecht gewählte Kleidung und falsche Ernährung. So ein fast food schmeckt sehr lecker und vertreibt schnell den Hunger, doch die falschen Fette überschwemmen regelrecht unseren Organismus. Das zeigte sehr eindrucksvoll der Film „Super Size Me“ aus dem Jahre 2004, in dem sich der Amerikaner Morgan Spurlock ein Monat lang ausschließlich bei McDonalds ernährte. Er nahm in dieser kurzen Zeit elf Kilo zu, der Körperfettanteil stieg von 11 auf 18% Prozent und auch das Cholesterin im Blut ist deutlich angestiegen.
Die Angst vor Zellulitis hat also eine reale Basis, der Feind kann jederzeit angreifen. Wenn Sie noch keine Anzeichen haben, heißt es noch lange nicht, dass sie immun sind!
„Jede Frau weiß, was Orangenhaut ist und hasst sie. Leider ist aber das, was man an den Schenkeln und dem Po sieht, sehr schwierig behandelbar, eigentlich gar nicht. Es gibt nur einige mehr oder weniger wirksame Arten den Status Quo zu erhalten. Fünfundneunzig Prozent davon, was Sie über Behandlung von Zellulitis gehört haben, ist nur Geschäftemacherei und Unsinn und keine Wissenschaft“, fasste die Meinung der meisten Kollegen auf die Frage, wie man Zellulitis effektiv behandeln kann, der plastische Chirurg George J. Beraka, MD aus Manhattan in New York zusammen. „Meiner Meinung nach helfen weder spezielle Cremes, Massagen, noch Ultraschall auf die Dauer, sogar Mezotherapie und Endermologie lösen das Problem nicht langfristig.“
Ärzte und Kosmetik-Fachleute diskutieren über Zellulitis oft und leidenschaftlich. Geht es eher um die Antwort unseres Körpers auf Stress und ungesunde Lebensweise oder ist es von der Genetik beeinflusst? Sind die Bemühungen, Zellulitis zu verbessern oder sogar zu bekämpfen nur ein gutes Geschäft oder haben die heißen Neuigkeiten eine reale Chance, langfristige Ergebnisse zu liefern?

Für den Dermatologen Dr. Victor Allen Neel aus dem Massachusetts General Hospital in Boston ist die Lasertherapie „sehr verdächtig“: „Sie kann eine vorübergehende Anschwellung bewirken, die kurzfristig eine Verbesserung des Hautbildes vortäuschen kann, doch das echte Problem wird damit nicht gelöst“. Genauso abwertend spricht er auch über Mezotherapie, die aus verschiedenen Cocktails und Mineralstoffen besteht, die mittels Spritze direkt in die Haut verabreicht werden.

Der neue Laser Cellulaze, der heuer im Februar von der FDA zu einer einmaligen Zellulitebehandlung zugelassen wurde, wird bisher nur auf einigen wenigen Kliniken in der EU, in Kanada und in den USA verwendet. Wie er wirklich wirkt und wie die Ergebnisse aussehen werden muss erst abgewartet werden.

Nie aufgeben!
Wenn sie in einer engen und gut beleuchteten Umkleidekabine auf einmal verdächtige Dellen bemerken, die Sie bis vor kurzem noch nicht hatten, muss man nicht gleich panisch reagieren. Die Befürchtungen sind zwar berechtigt, doch auf der anderen Seite sind wir nicht alleine. Es helfen bewährte Tricks, welche die Auffälligkeit mindern und die Aufmerksamkeit von diesen Schönheitsfehlern ablenken.
– Völlig weiße, nicht braungebräunte Schenkel wirken immer schlechter als die gleichen, auf die man vorsichtig Selbstbräunungscreme aufgetragen hat.
– Zu viel Selbstkritik rät uns, die kurzen Sommerröcke tief in den Kleiderschrank zu vergraben und ein knöchellanges Modell anzuschaffen? Aber wo! Wenn die Schenkelhaut eine Unterstützung in der Form von kaum sichtbaren Strümpfen bekommt, verschwinden die Dellen wie von Zauberhand.
– Auch wenn man Zellulitis nicht vollständig verbannen kann, werden wir doch nicht auf Sommerspaß verzichten. Denn zum Beispiel Schwimmen ist einer der wichtigsten Sportarten im Kampf um eine gute Figur.