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Mit dem Skalpell zu mehr Lust

„Dort unten schaust du aus wie ein Schmetterling“. Ein Satz, der buchstäblich mein Leben änderte. Ich meine das Sexualleben….

 

Schon seit der Pubertät wusste ich, dass meine Schamlippen etwas größer sind. Ich habe dem aber keine größere Bedeutung beigemessen. Bis zu dem Zeitpunkt, als einige meine Sexualpartner das ironisch kommentierten.

Auf einmal habe ich meine Schamlippen nicht mehr ästhetisch gefunden und als ich dann einige Pornofilme sah, war mir klar, dass sie zu groß sind. Nach und nach störte es mich immer mehr. Ich wollte ein kleines, unauffälliges Geschlecht, das beim Sex nicht sehr viel Aufmerksamkeit nach sich zieht. Pech, die Natur hatte andere Pläne.

Ein kleines großes Problem

Ich dachte immer mehr darüber nach, was ich damit tun könnte. Ich besuchte verschiedene Foren im Internet, kommunizierte mit Frauen, die ein ähnliches Problem hatten. Viele wollten es nicht ändern, sie litten nur leise, es war für sie viel zu heikles Thema. Manche haben deshalb keine Beziehung gehabt, weil sie sich zu sehr schämten. Andere wollten das gar nicht als Problem sehen.

Es war aber eins. Die einzige Lösung war eine Labioplastik. Für diejenigen, die nicht wissen, was das ist – es ist ein Eingriff, bei dem die großen Schamlippen verkleinert werden. Es geht nicht nur um Schönheit, Frauen lassen es auch dann machen, wenn es sie beim Sport, beim Sex oder auch beim Tragen von engeren Jeans oder Höschen stört.

 

Welche Größe wollen Sie?
Üblicherweise kann man sich nicht wie bei Brustimplantanten entscheiden, welche Größe man will. Der Arzt bestimmt eine „normale“ Größe und von daher leiten sich weitere Schritte ab. Es ist nichts kompliziertes, der gesamte Eingriff wird in lokaler Anästhesie durchgeführt und dauert etwa eine Stunde. Am gleichen Tag kann man auch nach Hause gehen. Schlimmer wird es für leidenschaftliche Partner, denn bis zur nächster Liebesstunde dauert es zwei Wochen bis ein Monat, manche Ärzte empfehlen 6 Wochen Enthaltsamkeit.

„Nach dem Eingriff tat mir alles weh, dort unten war ich total angeschwollen und musste kalte Kompressen anlegen“, erzählt Katharina in einer der zahlreichen Diskussionsbeiträgen im Internet. Eine andere Erfahrung hat Petra, die kann sich an die Rekonvaleszenz gar nicht erinnern. „Das Ergebnis war super!“

 

Es ist entschieden!

Ein einmonatiges Durchforsten von Diskussionen hat mich überzeugt, dass die beste Lösung meiner Quälerei eine Labioplastik sein wird. Voll von Ängsten, aber definitiv entschlossen habe ich eine Schönheitsklinik besucht. Der Eingriff wurde von der Krankenkasse bezahlt, da es sich um ein Gesundheitsproblem handelte. Dann legte ich mich auf den Operationstisch und wartete, was geschieht. Auch wenn ich wusste, was passiert, hatte ich trotzdem Angst und Befürchtungen. Was ist, wenn es schief geht? Was ist, wenn meine Intimpartien danach noch schlimmer aussehen werden?

Das passierte aber nicht. Die operierten Stellen haben mir noch einige Tage weh getan, aber die Schwellung ist sehr schnell zurück gegangen und achn einigen Tagen habe ich mich über normales Geschlechtsteil gefreut. Also eins in Standardgröße. Die Frauen im Internet hatten Recht: Einige Tage hat es beim Urinlassen gebrannt, daher habe ich Umschläge angelegt und zur Sicherheit trug ich Einlagen.

Wie war das „erste Mal“?

Der Sex war besser. Wie? Ich hatte das Gefühl, als würde ich aus einem Friseursalon rausgehen. Ich fühlte mich schöner. Weiblicher, selbstbewusster. Das hat sich natürlich auch bei der Lust gezeigt. Es war nicht nur das Ergebnis des Eingriffes, sondern auch mein gesteigertes Selbstbewusstsein.

Bis heute weiß ich nicht, ob ich dasselbe mit positivem Denken oder durch Coolness (es ist mir egal, wie ich dort unten aussehe) erzielen hätte können. Eins ist klar – Labioplastik ließ mich eine Frau im wahren Sinne des Wortes werden!