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Unsichtbare Narben

 

Sag mir, was du isst und ich sage dir, wie deine Narben heilen

Obwohl man sich nach einer Operation nicht gerade wohl fühlt, man meistens keinen Hunger und schon gar keinen Appetit auf Essen hat, ist Essen sehr wichtig. Die Nahrungsaufnahme beschleunigt nämlich die Heilung der Narben. Postoperative Ernährung sollte vor allem Eiweiß beinhalten, das zur Heilung in erhöhtem Masse benötigt wird. Das ist nämlich der Hauptbaustein, aus dem Bindegewebe entsteht – daraus bildet sich später auch die Narbe. Das wichtigste Eiweiß, das sich an der Gewebebildung beteiligt, ist Kollagen, das auch später die Festigkeit der Narbe bestimmt. Kohlehydrate (z.B. Gebäck, Kartoffel und Teigwaren) sind ebenfalls wichtig, da man aus ihnen sehr schnell Energie gewinnt. Wenn der Körper einen Mangel an Kohlehydraten hat, verlangsamt sich die Heilung. Wir dürfen natürlich auch nicht die Fette vergessen (hauptsächlich in Fischen, Olivenöl oder Pflanzenbutter), die den Hauptbestandteil der Zellmembranen bilden und die Bildung von neuen Zellen fördern. Die Heilung wird auch sehr deutlich von Vitaminen der Gruppe A, B und C unterstützt, da sie bei der Kollagensynthese eine wichtige Funktion haben. Vitamin K beeinflußt wiederum die Blutgerinnung, bei Vitamin K-Mangel droht die erhöhte Blutung der Operationswunde oder es entstehen blaue Flecken. Was die Mineralstoffe betrifft, wäre Zink zu erwähnen, das sich an der Eiweißsynthese beteiligt. Außerdem wirkt es antibakteriell und verhindert die Vermehrung von Bakterien. Auch Eisen ist an der Kollagenbildung beteiligt und bei Eisenmangel heilen die Wunden ebenfalls deutlich langsamer.

Alternative Wundheilung

Wer wünscht sich nicht, dass nach einer Operation die Wunde so klein, wie es nur möglich, ist? Daher unterstützen viele Patienten die Heilung auch mit vielen alternativen Mitteln. Manche davon helfen tatsächlich, da sie entzündungshemmende Wirkung haben. Zu denjenigen Alternativen, die laut Forschung die Wundheilung unterstützen, die Schwellung mindern und entzündungshemmend wirken, gehören Bromelin (Enzym aus Ananas), Honig, Propolis, Arnika, Vitamin C, Bioflavonoide (Pfanzenwirkstoffe, die zum Beispiel im Getreide vorkommen), Kamille, Gel aus Aloe Vera, Zink, Kurkuma, Ringelblume, die Süsswasseralge Chlorella und Lavendelöl.

Die Geschichte der Nadel

Die ersten Beweise, dass man Wunden am Körper nähte, stammen aus der Zeit etwa 16.000 Jahre vor Christus. Das Material damals war natürlich sehr schlicht: Leinen- oder Hanffäden, manchmal auch Haare oder lange Borsten eines Tierfells.
Bereits zu Anfang unserer Zeitrechnung schrieb Hippokrates eine Enzyklopädie, in der die Arten der Wundheilung mittels Nähen der Wundränder beschrieben werden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die moderne Geschichte: Man erfand die Nadel ohne Loch – das Nähmaterial wurde direkt an der Nadel befestigt. Diese Art der Verbindung wird bis heute verwendet. Im 2. Weltkrieg wurde Nylon erfunden und dann in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts erblickten die modernen, sich auflösenden Materialien das Licht der Welt.